Dienstag, 16. April 2019

Wie viel Veränderung verkraftet die Belegschaft?

Quelle: pixabay.com

Die meisten Arbeitnehmer kennen ihre Grenzen sehr gut, deshalb steht wohl nur eine Minderheit Change-Prozessen uneingeschränkt positiv gegenüber. Die Mehrheit erwartet Unterstützung vom Arbeitgeber, wenn im Unternehmen Veränderungen anstehen. Das zeigt eine aktuelle von Rundstedt Studie, die als repräsentative Talents & Trends-Befragung die Meinung von rund 1.000 Arbeitnehmern eingesammelt hat.

59 % der Teilnehmer gaben an, in ihrem Fachbereich flexibel zu sein. Neue Aufgaben sind für sie nicht anstrengend oder negativ, sondern ein erfrischendes Element in der täglichen Routine. In einem Change-Prozess befinden sich nach eigenen Angaben hingegen nur 37 %. Der Rest gibt an, nicht an einem Arbeitsplatz tätig zu sein, der von ständiger Veränderung geprägt ist.

Unter welchen Bedingungen ist Flexibilität bei den Beschäftigten positiv besetzt? Hier sehen viele der Befragten erste Einschränkungen: 58 % wollen bei Veränderungen keine Auswirkungen auf Arbeitszeit, Arbeitsort und Urlaub. Besonders geringe Veränderungsbereitschaft gibt es in Berufen mit niedrigen Qualifikationsansprüchen. So stehen nur 29 % der Facharbeiter Veränderungen positiv gegenüber. Über alle Branchen hinweg wünschen sich ein Viertel der Arbeitnehmer Routine und kämpfen regelrecht mit veränderten Prozessen im Arbeitsalltag. Für 18 % ist der Wandel bereits zu schnell.

Deshalb ist der Arbeitgeber gefragt, was zunehmend auch die Mitarbeiter so sehen. Knapp zwei Drittel wollen vom Betrieb angemessen auf eine neue Position vorbereitet werden. Insbesondere die junge Generation im Alter von 18 bis 29 Jahren erwartet Hilfestellung vom Vorgesetzten. Dieser Forderung stimmen 70 % von ihnen zu. Sophia von Rundstedt, Vorsitzende der Geschäftsführung des gleichnamigen Beratungsunternehmens, nimmt deshalb die Verantwortlichen in die Pflicht: „Auch wenn viele Mitarbeiter heute noch keine extremen Veränderungsprozesse durchlaufen – sie werden nicht mehr lange auf sich warten lassen. Deshalb müssen Unternehmen jetzt geeignete Konzepte entwickeln – für die Mobilisierung flexibler und weniger flexibler Mitarbeiter. Unternehmen benötigen vor allem klare, transparente und inspirierende Ziele, Transparenz über den internen Arbeitsmarkt, das heißt Kenntnis der bei den Mitarbeitern vorhandenen Kompetenzprofile sowie über die offenen Positionen.“

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