Donnerstag, 7. Juni 2018

Eine Stunde Fahrtzeit ist für Arbeitnehmer akzeptabel

Quelle: pixabay.com

Deutschland ist ein Pendlerland. Viele Beschäftigte nehmen täglich lange Wege zur Arbeit in Kauf. Im Stepstone Mobilitätsreport verraten sie, welche Strecken sie zurücklegen und wie flexibel sie dabei sind. 24.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland wurden hierfür im ersten Quartal 2018 online befragt. Darunter waren rund 20.000 Fachkräfte ohne Personalverantwortung und etwa 4.000 Führungskräfte. Außerdem befragte die Jobplattform circa 4.000 Recruiter und Manager, die für die Personalbeschaffung zuständig sind. Dabei wurde deutlich, dass jeder zweite Pendler bis zu 30 Minuten pro Weg unterwegs ist. 21 % der Befragten nehmen eine tägliche Fahrtzeit von 30 bis 45 Minuten in Kauf. Fast 30 % investieren mehr als eine dreiviertel Stunde in den Weg zur Arbeit. Demnach verbringen viele Berufstätige mehrere Stunden ihrer Freizeit im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Trotzdem ist der Großteil von ihnen, nämlich 62 %, mit der Dauer des Arbeitswegs zufrieden.
Bei den Pendlern besteht allgemein eine sehr hohe Toleranz. Fach- und Führungskräfte sind ohne weiteres bereit, einen Teil ihrer Freizeit für den Job zu opfern. Zwar bemängelt jeder fünfte Berufspendler seine tägliche Fahrzeit, nimmt sie aber dennoch gern für den Job in Kauf. Als so störend, dass er über einen Jobwechsel nachdenkt, empfindet es nur einer von zehn Pendlern.

Längste Fahrzeit in Düsseldorf

In der Studie wurden die Pendelzeiten der Fach- und Führungskräfte in den zehn größten deutschen Städten ausgewertet. 41 % aller Berufstätigen, die in Düsseldorf arbeiten, brauchen schon für eine einfache Strecke länger als 45 Minuten. Damit ist die Stadt Spitzenreiter, denn in keiner anderen nehmen mehr Fachkräfte eine solche Fahrtzeit für den Job in Kauf. Nah dran sind Arbeitnehmer in Frankfurt am Main. Hier nehmen immerhin 36 % eine Fahrtzeit von mehr als 45 Minuten in Kauf. In Leipzig hingegen pendelt nur jeder Fünfte mehr als 45 Minuten.

Wohnortwechsel für den Job

Bei der Frage nach der Flexibilität kam heraus, dass jeder Vierte seinen Wohnort für den Job wechseln würde, wenn der Standort des Arbeitgebers attraktiv ist. Einen Zweitwohnsitz in der Nähe des Arbeitsgebers könnte sich sogar jeder Siebte vorstellen. Am Wochenende würde diese Gruppe jedoch zum eigentlichen Hauptwohnsitz pendeln. 13 % der Befragten würden für den Job sogar ins Ausland gehen, während 7 % zumindest bundesweit flexibel sind. Konkret ausgeschlossen ist ein Wohnortwechsel für den Job bei knapp 40 % der Befragten. Jede zweite der Fachkräfte hat allerdings schon mindestens einmal den Wohnort für einen Job gewechselt.

Am liebsten mit dem Auto

Bei der Frage, womit die Berufspendler ihren Weg zur Arbeit zurücklegen, rangiert der Pkw unbestritten auf Platz eins. Zwei von drei Befragten ziehen das Auto den öffentlichen Verkehrsmitteln vor. Diese werden hingegen nur von jedem Fünften genutzt. Täglich mit der Bahn fahren 15 % und 14 % nutzen das Fahrrad für den Arbeitsweg.
Öffentliche Verkehrsmittel als Alternative sehen nur Wenige der Pendler. 18 % von denen, die täglich mit dem Pkw zur Arbeit fahren, könnten sich vorstellen ihre Wege mit Bus oder Bahn zurückzulegen. Der Grund dafür ist einfach: Mehr als jedem zweiten Autofahrer dauert die Fahrt zwischen Wohn- und Arbeitsort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ganz einfach zu lange. 23 % von ihnen meinen außerdem, dass öffentliche Verkehrsmittel nicht genug Flexibilität bieten.

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