Montag, 12. Februar 2018

Viele Arbeitsplätze ab 2020 auf dem Prüfstand

Quelle: pexels.com

Ab 2020 werden aufgrund fortschreitender Digitalisierung und künstlicher Intelligenz nach einer Studie von PriceWaterhouseCoopers (PwC) viele Arbeitsplätze überflüssig. Jedoch seien nicht alle Branchen gleichermaßen betroffen.

Laut Studie sind von 2020–2030 drei Wellen der Digitalisierung zu erwarten. Die Digitalisierung beginnt danach in der Arbeitswelt mit der „Algorithmus-Welle“. Danach seien Maschinen in der Lage, einfache Rechenaufgaben und kleinere Datenverarbeitungen selbstständig zu erledigen. Hieran schließe die „Steigerungs-Welle“ an, wonach einfachere Jobs teilautonom übernommen werden könnten. So sei etwa die Befüllung eines Warenhauses fast autonom durch Roboter zu erledigen. In der letzten Phase, der „autonomen Welle“, soll künstliche Intelligenz komplexere Aufgaben vollständig autonom erledigen können (z. B. vollautonomes Transportwesen oder Lagerhaus).

Welche Unternehmen von der der Digitalisierung besonders betroffen sind, hängt nach der Studie von drei Faktoren ab – vom Bildungslevel, Geschlecht und der Branche. Hinsichtlich Letzterer seien die Bereiche Lagerung, Transport und Herstellung besonders von der Übernahme durch Roboter und künstliche Intelligenz tangiert. Soziale Berufe seien hingegen weniger stark bis überhaupt nicht berührt.
In den ersten beiden Wellen würden Frauen zudem stärker getroffen, weil sie häufig im Verkaufs- oder Servicebereich tätig sind. Die letzte Welle sei für Männer hart, da dann die Vollautomatisierung von Lagertätigkeiten und des Transportwesens erfolge. Insgesamt würde die Digitalisierung Männer stärker belasten, da Frauen auch häufig soziale Berufe ausübten, auf die sich der Wandel weniger auswirke. Kaum ausschlaggeben sind die Altersgruppen. So seien Alle wären nahezu gleichermaßen betroffen, jedoch sei es für junge und alte Menschen besonders notwendig, sich auf den digitalen Arbeitsmarkt einzustellen.
Besonders entscheidend sei das Bildungslevel: Berufsgruppen, die einen hohen Bildungsgrad erfordern, seien grundsätzlich einfacher in den digitalen Markt zu integrieren und gerade erforderlich, um die digitalen Systeme weiterzuentwickeln. Gruppen mit geringeren Anforderungen an die Bildung seien dagegen leichter ersetzbar.

Neben den immensen beruflichen Einwirkungen sieht PwC aber auch eine Chance in der Digitalisierung, weiterhin wachstumssteigernd zu arbeiten. Die Unternehmensberater appellieren in der Studie an den Gesetzgeber, Bildungsmaßnahmen zu schaffen, um den Arbeitsmarkt auf die großen Veränderungen vorzubereiten. So seien z. B. Unternehmen im Transportwesen oder Servicebereich besonders betroffen. Die Politik müsse hier ansetzen und Arbeitgeber sowie deren Belegschaft mit entsprechenden Bildungspaketen fördern.

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