Donnerstag, 12. Januar 2017

Kampf gegen Krebs: Arbeitsschutz in Europa wird verbessert

Quelle: pixabay.com

Die Europäische Kommission hat am 10.1.2017 Maßnahmen zur Förderung des Arbeitsschutzes in der EU verabschiedet. Die Initiative baut auf bereits bestehenden Maßnahmen im Bereich Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz auf. Arbeitnehmer sollen besser vor arbeitsbedingten Krebserkrankungen geschützt werden, denn Krebs gilt als häufigste arbeitsbedingte Todesursache innerhalb der EU. Unternehmen, insbesondere KMU und Kleinstunternehmen, sollen mehr Unterstützung bei der Einhaltung der rechtlichen Vorschriften erhalten. Hierzu ist vor allem ein Bürokratieabbau geplant, zudem sollen die Verfahren ergebnisorientierter gestaltet werden. Arbeitgeber und zuständige Behörden erhalten klare Vorgaben.

Im Einzelnen ist Folgendes vorgesehen:

  • Festlegung von Arbeitsplatzgrenzwerten oder anderer Maßnahmen für weitere sieben krebserregende chemische Stoffe.
  • Unterstützung von KMU und Kleinstunternehmen bei ihren Bemühungen zur Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften. Hierzu wurde ein Leitfaden erarbeitet, der die Risikobewertung erleichtert und effizienter macht. Er beinhaltet etwa Ratschläge zur Minimierung von psychosozialen, ergonomischen und altersbedingten Risiken. Ergänzt wird dies durch kostenlose Online-Tools.
  • Die Kommission will mit den Mitgliedstaaten und den Sozialpartnern darauf hinarbeiten, veraltete Vorschriften innerhalb der nächsten zwei Jahre zu streichen oder zu aktualisieren. Der Verwaltungsaufwand soll hierdurch verringert werden. So erhofft man sich auch eine bessere praktische Durchsetzung der bestehenden Bestimmungen.

Der unten stehende Link führt zum Leitfaden der Kommission in englischer Sprache (PDF-Dokument). Weitere Informationen zum Thema Berufskrankheiten und Todesfälle finden Sie regelmäßig in unserem Heft (vgl. zuletzt Müsch, AuA 5/16, S. 283).