Schaub: Arbeitsrechtliches

Formular- und Verfahrenshandbuch

Von Dr. h.c. Günter Schaub† (Hrsg.), Verlag C. H. Beck, 12. neu bearbeitete Aufl., München 2017, 1005 Seiten, Preis: 99 Euro
 

Die meisten verbinden den „Schaub“ mit dem Arbeitsrechts-Handbuch, dem Standard-Lehrbuch für das gesamte Arbeitsrecht. Das nun in 12. Auflage vorliegende Arbeitsrechtliche Formular- und Verfahrenshandbuch ist die praxisgerechte Ergänzung zum Arbeitsrechts-Handbuch und beide Werke nehmen wechselseitig Bezug. Das von Schaub begründete Werk wurde bearbeitet von den bekannten Fachanwälten für Arbeitsrecht Schrader und Straube sowie dem Vizepräsident des LAG Niedersachsen Vogelsang. Es enthält zahlreiche Formulare und Muster zum Individualarbeitsrecht (alle Vorgänge von der Begründung bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses), Kollektivarbeitsrecht (Betriebsverfassungsrecht, Mitbestimmung, Betriebsvereinbarungen) und Verfahrensrecht (Vorlagen bei Gerichten aller Instanzen, Zwangsvollstreckung, gerichtliche Verfügungen). Darunter sind – der Internationalisierung Rechnung tragend – auch englische Mustertexte, wie Managing Director Agreement (Teil 2 Rdnr. 282).
Inhaltlich abgedeckt wird das gesamte Potpourri des Arbeitsrechts und Wünsche bleiben kaum offen: Bei der Begründung vom Anforderungsprofil, über Stellenausschreibung, Einladungen zum Vorstellungsgespräch bis zur Absage. Beim Arbeits-/Dienstvertrag werden keine Varianten bzw. Klauseln ausgelassen und auch Vorschläge zu Annahme von Geschenken, IT/E-Mail, Prozessrechtsverhältnis, Interim Management sowie ein Vertrag über sexuelle Dienstleistung unterbreitet. Im laufenden Arbeitsverhältnis erläutern die Autoren u. a. Muster zu Teilzeit, Betriebsübergang, Pflichtverletzungen (Abmahnung), Arbeitsunfähigkeit, BEM, leidensgerechter Beschäftigung, Urlaub, Weisungsrecht etc. Bei der Beendigung sind bspw. die Anhörung des Arbeitnehmers vor Verdachtskündigung, Kündigung, Sonderkündigungsschutzkonstellationen, Aufhebungsverträge, Zeugnisse und Bescheinigungen dargestellt Im Kollektivarbeitsrecht geht es von der Betriebsratswahl über Beschlüsse des Gremiums, Betriebsversammlung und Sachverständige zu diversen Mustern von Betriebsvereinbarungen in personellen, sozialen sowie wirtschaftlichen Angelegenheiten bis zur Einigungsstelle.
Grundsätzlich ist das Werk so aufgebaut, dass nach kurzer Darstellung der Grundlagen und gesetzlichen Vorgaben die Muster bzw. einzelnen Klauselvorschläge folgen. Die Übersichtlichkeit wird durch den Teilen jeweils vorangestellte Gliederungsübersichten, Randziffern, übersichtliches Layout, ausgewählten Fettdruck und Fußnoten mit Verweisen auf Rechtsprechung (mit Datum, Aktenzeichen und Fundstelle) und Literatur gefördert. Optisch hervorgehobene Hinweise geben wichtige Tipps auf häufige Fehlerquellen, Taktik etc. (z. B. zur allerletzten Abmahnung Teil 3 Rdnr. 458). Alle Muster und Formulare sind über einen mitgelieferten Zugangscode online abrufbar, was die Arbeit effizient macht. Die Klauseln sind individuell kombinierbar, wobei die ausführlichen Erläuterungen und Hinweise unterstützen. Ein 38-seitiges Stichwortverzeichnis erleichtert die Suche.
In der 12. Auflage neu aufgenommen wurden Betriebsvereinbarungen zu Drogen/Alkohol (B Rdnr. 161a), Rufbereitschaft (B Rdnr. 182b), Überstunden (B Rdnr. 185b), Sonderurlaub/-freistellung (B Rdnr. 193b), mobile Arbeit (B Rdnr. 197b), Weiterentwicklung der EDV/IT (B Rdnr. 208b), Zahlung einer Beihilfe zur Fitnessverbesserung als Sozialleistung (B Rdnr. 235d) und zum leistungsorientierten variablen Entgeltbestandteil (B Rdnr. 235f).

Fazit: Wer arbeitsrechtliche Texte zu entwerfen oder beurteilen sowie arbeitsrechtliche Prozesse zu planen und begleiten hat – insbesondere Personaler und Anwälte –, findet in dem Werk einen reichen Fundus an Ideen, bewährten Mustern und hilfreichen Erläuterungen. Sowohl bei arbeitsrechtlichen Standardproblemen als auch bei neuen oder „Exotenthemen“ ist das Arbeitsrechtliche Formular- und Verfahrenshandbuch ein zuverlässiges, der Arbeitseffektivität und Risikovermeidung ungemein dienendes Hilfsmittel.

RA Volker Stück, Aschaffenburg